Nach detaillierten Abklärungen der verschiedenen Varianten hatte sich schon früh gezeigt, dass die Aktiengesellschaft für unser Vorhaben die klar am besten passende Gesellschaftsform ist. Stockwerkeigentum hat eine zu geringe Bindung beim Gemeinschaftlichen und wäre bei jedem Wechsel der Eigentümer:innen einer Wohnung wieder mit einer Eigentumsübertragung mit entsprechenden Steuerfolgen und Grundbuchhandlungen verbunden. Bei einer Genossenschaft gilt à priori die Kopfstimme und ein Genossenschaftsanteil ist kein Wertpapier, bietet also den Investierenden deutlich weniger Sicherheit als Aktien. Zudem liegt bei einer Genossenschaft auch nicht mehr als eine moderate Verzinsung des Anteils drin.
Die ersten Jahre nach der Gründung der Winkelhalden AG war der Verwaltungsrat personell identisch mit der Kerngruppe. Heute besteht er aus fünf Personen, die alle auch Aktionär:innen und Bewohner:innen sind: Martin Beck-Wörner, Melanie Fuchs, Heinz Schiess, Doris Signer-Brandau und Beat Stünzi (Präsident).
Alle wichtigen Projektentscheidungen werden vom Verwaltungsrat getroffen. Ab Unterzeichnung der Investitionsvereinbarung im Mai 2019 wurden die Erstmietenden über Abstimmungen im Plenum weitgehend in die Entscheidungsfindung eingebunden. Mit der ersten Kapitalerhöhung im Januar 2020 wurden die Erstmietenden zu Aktionär:innen; als Mitglied der Generalversammlung sind sie seither anteilsmässig stimmberechtigt.
Die Bewohner:innen sind über ihren Aktienanteil anteilsmässig Eigentümer:innen der Siedlung. Zusammen bilden sie die Generalversammlung und wählen u.a. den Verwaltungsrat (VR), der die Winkelhalden AG strategisch führt. Der VR setzt eine Geschäftsleitung ein (GL), die das operative Geschäft führt und an den VR berichtet. Sie kann Aufgaben des Alltags an die Bewohner:innenversammlung delegieren. Diese konstituiert sich im Rahmen der Statuten selber. Alle Bewohner:innen sind automatisch Mitglied und haben je eine Stimme. Die Mitglieder wählen ein Präsidium, das von der GL bestätigt werden muss. Gravierende Probleme werden an die GL eskaliert. Zur Betreuung spezifischer Bereiche (Kultur, Werkstatt etc.) werden nach Bedarf Gruppen gebildet, die vom Präsidium bestätigt werden und an diesen berichten.